1.000 und 1 Fakt aus der Welt des Lektorats: der Apostroph

Apostroph

Klein, aber oho! Ja so ist er, der kleine Apostroph. Damit Ihr Text auch typografisch professionell ist, dürfen es weder zu viele noch zu wenige Apostrophe sein, vor allem aber muss es der richtige sein: Der sieht wie eine kleine 9 aus (’), bei eckigen Schriften hingegen gleicht die kleine 9 einem Keil. Immer aber muss das dicke Ende oben sein! Falsch wäre hier das einfache Anführungszeichen ‘ – das sieht wie eine kleine 6 aus. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte …

Der Apostroph kommt zum Einsatz:

  • wenn ein oder mehrere Buchstaben ausgelassen werden (So ’n netter Bursche!),
  • beim Genitiv von Substantiven, die auf s, ss, ß, tz, z, x, ce enden, wenn diesem Substantiv kein Artikel vorangestellt ist (Karl Marx’ Theorie, aber Theorie des Karl Marx),
  • bei Adjektiven aus Eigennamen mit –sch-Endung (Stiftung Jung’sche Psychologie),
  • bei Verbindungen der Kurzform des Pronomens es mit dem vorangehenden Wort kann, muss aber kein Apostroph gesetzt werden (Wie geht’s dir? Er machte sichs bequem).

Auf keinen Fall wird ein Apostroph hier gesetzt:

  • Verbindungen der Kurzform des Artikels das mit einem vorangehenden Wort (Danke fürs Kommen!),
  • Plural-s (Studios),
  • Genitiv-Endung -s (Klimts Werke),
  • Imperative (Pack die Badehose ein!).

Der Mode der Amerikanisierung folgend, findet sich auf vielen Firmenschildern ein eigentlich falscher Apostroph (Kathi’s Friseursalon), onlinelektorat.at rät hier zur richtigen Form ohne Apostroph.

Für Neugierige: hier ein Link zur sogenannten Apostroph-Gruselgalerie (Das Kapostropheum). 

Ist Ihnen etwas unklar oder zu kompliziert? Schicken Sie uns Ihre Texte – onlinelektorat.at übernimmt diese Aufgabe gerne und löst für Sie auch die schwierigsten Sprachrätsel!

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